AfA kritisiert geplante Gesundheitsreform: Einseitige Belastung von Beschäftigten und Familien

Veröffentlicht am 08.05.2026 in Pressemitteilungen

Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) übt deutliche Kritik an den aktuellen Plänen zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung. Die vorgesehenen Maßnahmen führen nach Auffassung der AfA zu einer erheblichen Mehrbelastung insbesondere für Beschäftigte mit kleinen und mittleren Einkommen sowie für Familien.

Höhere Zuzahlungen treffen Versicherte direkt

Die geplante Anhebung der Zuzahlungen für Medikamente und Leistungen stellt eine spürbare Mehrbelastung dar. Künftig sollen Versicherte statt bislang mindestens 5 Euro nun mindestens 7,50 Euro und bis zu 15 Euro pro Leistung zahlen.
Die AfA warnt davor, dass dies den Zugang zu notwendiger medizinischer Versorgung insbesondere für einkommensschwächere Gruppen erschwert.

Leistungskürzungen verschlechtern Versorgung

Die Reform sieht zudem Einschränkungen bei einzelnen Kassenleistungen vor. Besonders kritisch bewertet die AfA die geplante Reduzierung des Zuschusses für Zahnersatz von derzeit 60 Prozent auf künftig nur noch 50 Prozent der Regelversorgung.
Dies bedeutet eine deutliche Erhöhung des Eigenanteils für Versicherte.

Auch präventive Leistungen stehen zur Disposition. So wird die flächendeckende Hautkrebsvorsorge für Erwachsene infrage gestellt – mit Verweis darauf, dass laut Expertenkommission kein ausreichender Nachweis für eine Senkung von Krankheits- oder Todesfällen vorliege.

Einschränkung der Familienversicherung

Besonders problematisch ist aus Sicht der AfA die geplante Einschränkung der kostenlosen Mitversicherung von Familienangehörigen. Dies trifft vor allem Haushalte mit nur einem Einkommen und verschärft soziale Ungleichheiten.

Ungerechte Verteilung der Lasten

Zwar ist eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze vorgesehen, jedoch werden die Hauptlasten der Reform nach Einschätzung der AfA von den Versicherten getragen. Insgesamt sollen Patientinnen und Patienten mehrere Milliarden Euro zur Stabilisierung der Kassen beitragen – unter anderem durch höhere Zuzahlungen und Leistungskürzungen.

Die AfA kritisiert, dass diese Maßnahmen vor allem kleinere und mittlere Einkommen überproportional belasten.

Einsparpotenziale nicht ausgeschöpft

Statt einseitiger Belastungen fordert die AfA, vorhandene Einsparpotenziale konsequent zu nutzen. Dazu zählen unter anderem überhöhte Verwaltungskosten sowie die Gehälter von Krankenkassen-Vorständen. Eine stärkere Regulierung in diesem Bereich könnte zur Entlastung beitragen, ohne die Versorgungsqualität zu gefährden.

Fazit

Die AfA fordert eine solidarische und gerechte Gesundheitsreform, die die Finanzierung auf breite Schultern verteilt, statt einseitig Versicherte und Familien zu belasten. Gesundheit darf keine Frage des Geldbeutels werden.

 

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