Solidarisierung mit den Kolleg*innen bei AUDI Neckarsulm
Liebe Kolleginnen und Kollegen bei Audi Neckarsulm,
in einer Zeit der Umbrüche, der internationalen Krisen und der anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation ist die Unsicherheit groß, ob der eigene Job noch sicher ist. Die Auto- und Zulieferbranche steckt schon seit vielen Jahren in der Krise, das ist jedem bewusst. Dass nun sogar das Management des VW-Konzerns mit Werksschließungen in Deutschland und für das traditionsreiche NSU/Audi-Stammwerk Neckarsulm droht, empört uns.
Diese Vorschläge sollen euch und eure Kolleg*innen verunsichern und sind ein Bruch mit der lange üblichen und sehr erfolgreichen Sozialpartnerschaft im VW-Konzern. Deshalb sagen wir: Wir stehen an eurer Seite! Wir unterstützen euren Kampf für eure Arbeitsplätze, für eine Zukunft für eure Familien, für die gesamte Zulieferbranche in der Region und für die Zukunft der Region Heilbronn-Franken.
Wir sind dankbar und erleichtert, dass für den Moment kein Werk der VW Group aufgegeben wird und es somit zu keinen Werkschließungen kommt.
Die VW Group ist jetzt am Zug und muss kräftig die Werke und das Audi Werk in Neckarsulm investieren. Mit Personalabbau allein schafft man keine Wettbewerbsfähigkeit, sondern mit klugen Konzepten für moderne Produktion, tollen Produkten und vor allem mit euch, mit einsatzbereiten Kolleg*innen, die ihre Arbeit gut machen.
Wir glauben an das Audi Werk in Neckarsulm und setzen uns mit euch dafür ein, dass ihr ein verlässliches Zukunftskonzept für die Zeit nach 2034 bekommt. Das Audi Werk in Neckarsulm kann wieder erfolgreich werden, wenn nun alle zusammenarbeiten. Zurecht ist es nun die Aufgabe des Vorstandes, Innovationen voranzutreiben, Investitionen zu tätigen und endlich wieder die Mitbestimmung und Beteiligung der Beschäftigten als einen Gewinn für eine erfolgreiche wettbewerbsfähige Zukunft zu sehen.
Wir als Arbeitsgemeinschaft für Arbeit in der SPD wissen aber auch, dass die Politik ihre Hausaufgaben zu erledigen hat. Das gilt für die Bundesregierung für Investitionen und Verbesserung der Mitbestimmung, die Europäische Union im Bezug auf fairen Wettbewerb und Welthandel und auch unsere Landesregierung. Die Landesregierung von Baden-Württemberg muss endlich eine aktive Industriepolitik verfolgen und sich zum Schutze europäischer Wertschöpfung und baden-württembergischer Beschäftigung einsetzen. Local-Content-Regelungen für Europa sind die Antwort auf unfairen Wettbewerb, der von geopolitischem Interesse getrieben wird.
Wir fordern eine industriepolitische Strategie, die einen industriepolitischen Kompass besitzt, eine verbindliche Allianz für Transformation schmiedet und Klarheit über Rahmenbedingungen technologischer Veränderungen setzt. Ebenso brauchen wir öffentliche und private Investitionen in zukunftsfähige Infrastruktur und Bildung, probate Investitionen in Produktion, Produktivität und Zukunftsmärkte.
Liebe Kolleg*innen, wir möchten uns mit euch solidarisieren und kämpfen an eurer Seite für ein wettbewerbsfähiges und erfolgreiches Werk der Audi in Neckarsulm. Wir stehen an eurer Seite, heute, morgen, nach 2034 und darüber hinaus.
Mit solidarischen Grüßen im Namen des AfA-Landesvorstands
Daniel Sauerbeck, AfA-Landesvorsitzender